Die Kosten für die Inanspruchnahme eines Rechtsanwaltes

Rechtsanwaltsgebühren in Euro
Test

richten sich grundsätzlich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

Im RVG sind z.B. geregelt:
- die Gebühren für die außergerichtliche Tätigkeit gegenüber Dritten,
- die Gebühren für das Betreiben des gerichtlichen Verfahrens,
- die Gebühren für die Prozessvertretung.

Die Höhe der Rechtsanwaltskosten richtet sich grundsätzlich - aber nicht ausschließlich - nach dem Gegenstandswert. Die Gebühren für die einmalige außergerichtliche Beratung in einer Rechtsangelegenheit waren bis zum 30.06.2006 im RVG geregelt. Seit dem 01.07.2006 ist diese gesetzliche Regelung entfallen. Der Rechtsanwalt muss für die außergerichtliche Erstberatung nunmehr mit seinem Mandanten eine Vergütungsvereinbarung abschließen, wenn er die Erstberatung abrechnen will. Eine Verpflichtung hierzu trifft den Rechtsanwalt nicht, so dass es ihm erlaubt ist auch kostenfreie Erstberatung zu leisten.


Für Personen, die die Kosten für eine Rechtsberatung oder einen Rechtsstreit nicht aufbringen können besteht die Möglichkeit, Beratungskostenhilfe oder Prozesskostenhilfe bzw. Verfahrenskostenhilfe zu beantragen.

Nicht immer müssen Sie als Mandant die Kosten Ihres Rechtsanwalts selbst tragen. Es gibt viele Situationen, in denen der Gegner sämtliche Ihrer Anwaltskosten bzw. einen Teil dieser Kosten tragen bzw. erstatten muss. Z.B. immer dann, wenn Sie unverschuldet an einem Verkehrsunfall als Geschädigter beteiligt sind, stellen Ihre Rechtsanwaltskosten grundsätzlich einen erstattungsfähigen Schadenersatzanspruch dar, der vom Verursacher des Unfalls und dessen Kraftfahrthaftpflichtversicherer zu erstatten ist. Sollten Sie in einem solchen Fall Ihren Unfallgegner auf Leistung von Schadenersatz / Schmerzensgeld verklagen müssen, weil dieser eine außergerichtliche und freiwillige Schadenersatzleistung ablehnt, so hat dieser und auch dessen Versicherung die Kosten des Klageverfahrens grundsätzlich zu tragen. Denn wenn Sie absolut keine Schuld am Unfall und Schadenseintritt trifft, haftet der Verursacher grundsätzlich allein und wird zur Zahlung von Schadenersatz, so wie in der Klageschrift gefordert, verurteilt werden. In diesem Fall hat der Unfallverursacher bzw. dessen Versicherer dann die Anwaltskosten für die außergerichtliche und gerichtliche Durchsetzung der Ihnen zustehenden Ersatzansprüche sowie zusätzlich die Gerichtskosten zu tragen. Wenn Sie eine Mitschuld am Unfall trifft, dann kürzt dies Ihre Ansprüche in Höhe Ihres Mitverschuldensbeitrags. Regelmäßig kommt es bei einem Mitverschulden zu einer Quotelung. Sollte Sie ein Mitverschulden von 30% treffen, so kürzt dies Ihre Ansprüche entsprechend. Es besteht somit oftmals kein Grund dafür, die Kosten der Beauftragung eines Rechtsanwalts zu scheuen. Ihr Anwalt kann Ihnen sagen, wie es mit der Kostentragung in Ihrem konkreten Fall aussieht.