Vorsorgevollmacht

Was ist Gegenstand einer Vorsorgevollmacht?

Sinn und Zweck der Vorsorgevollmacht ist es, eine Person durch Bevollmächtigung rechtlich dazu in die Lage zu versetzen, stellvertretend für den Vollmachtgeber rechtswirksame Willenserklärungen abzugeben.

Es gibt viele Gründe, die für die Erteilung einer Vorsorgevollmacht sprechen. Im Wesentlichen dürfte es hierfür zwei Gründe geben. Zum einen haben viele Leute noch nie darüber nachgedacht, welche Folgen ein Unfall oder eine plötzlich auftretende Krankheit für einen mit sich bringen kann. Zum anderen ist vielen Menschen auch nicht bewusst, dass nahe Verwandte, wie Kinder, Geschwister und Eltern erwachsener Kinder in einer solchen Situation rechtlich nicht in der Lage sind, stellvertretend rechtsgeschäftliche Erklärungen abzugeben.

Kann man selbst seinen Willen nicht kundtun und hat man für diesen Fall keinen Stellvertreter bevollmächtigt, dann können rechtliche Dinge nicht geregelt werden, weil niemand da ist, der rechtswirksame Erklärungen oder Handlungen vornehmen kann.

Leider ist es so, dass sich Arbeits- und Verkehrsunfälle täglich ereignen und nicht vorhersehbar oder planbar sind. Nicht selten macht ein Unfall, eine Krankheit oder ein plötzliches Ereignis, wie etwa ein Schlaganfall oder ein Sturz, einen längeren Krankenhausaufenthalt nötig. Wer dann krankheitsbedingt nicht in der Lage ist, rechtsgeschäftlich verbindliche Erklärungen abzugeben, kann erhebliche Nachteile erleiden, wenn er nicht einer anderen Person eine Vorsorgevollmacht erteilt hat, damit diese Person stellvertretend Erklärungen abgeben kann.

Stellen Sie sich vor, sie könnten wegen eines Unfalls oder einer Lähmung keine Schreiben unterzeichnen oder befänden sich aufgrund einer schweren Kopfverletzung in einem Koma und wären nicht in der Lage, einen eigenen Willen kundzutun. Dann kann der unerwartete Unfall oder die Krankheit zu einem Problem werden.

Um für alle Fälle gerüstet zu sein, sollte man einer Vertrauensperson eine Vorsorgevollmacht erteilen. Nur so ist sichergestellt, dass unabhängig von der eigenen Handlungs- und Geschäftsfähigkeit Erklärungen rechtswirksam abgegeben werden können, wenn man selbst dazu außerstande ist.

Eine erteilte Vorsorgevollmacht kann widerrufen werden, so dass bei verlorengegangenem Vertrauen ohne Weiteres einer anderen Person Vorsorgevollmacht erteilt werden kann.

Wer für sich und seine Angehörigen vorsorgen will, sollte eine Vorsorgevollmacht erteilen. Mit der erteilten Vorsorgevollmacht ist man selbst, aber sind auch die Angehörigen auf der rechtssicheren Seite.